Akademie-Koch zaubert Fitness-Food

Die Hertha BSC Fußball-Akademie verfolgt ein ganzheitliches Konzept bei der Ausbildung der seiner Nachwuchsspieler. Eine besondere Rolle kommt diesbezüglich dem Koch der Hertha BSC Fußball-Akademie zu. Mach‘ dich Hertha hat ihn in der AOK-Küche besucht. 

Was machst du in der Hertha BSC Fußball-Akademie?

Mein Name ist Jens Wegner, ich bin 53 Jahre alt und der Koch der Hertha BSC Fußball-Akademie. Ich bin seit einem Jahr hier und bin für alle U-Mannschaften und für die Internatskinder zuständig. 

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Normalerweise mache ich für die Internatskinder und ihre Betreuer Frühstück, Mittagessen und Abendessen. An Trainingstagen, wenn die Mannschaften zweimal trainieren, kommen die zum Mittagessen her. Dann bin ich auch für deren Versorgung zuständig. 

Zum Mittag bekommen außerdem sechs Personen spezielles Essen bei mir, weil sie eine Intoleranz oder Unverträglichkeit haben. Zudem kommt die U 23 zweimal in der Woche – das sind jeweils um die 30 Personen. Für die koche ich ein ausgewogenes Mittagessen mit Dessert wie Grießbrei oder Kuchen. Frisches Obst gibt es immer, genauso wie ein bisschen Salat. 

Worauf achtest du besonders beim Essen?

In erster Linie ist mir wichtig, dass es frisch ist und gut verträglich ist. Deswegen kochen wir beispielweise gar kein Schwein. Für den Großverbrauch gibt es da kaum gute Angebote, außerdem ist das in manchen Fällen auch eine religiöse Frage. Ich bereite viele Gerichte mit Geflügel zu, auch Rind und Kalb gibt es gelegentlich. Das serviere ich mit leckerem Gemüse. Da variiere ich immer ein bisschen. Das Dessert ist natürlich immer etwas ungesund, aber ich verzichte nicht auf Zucker, achte aber darauf, dass ich nicht übertreibe. Zucker ist auch Energie und das brauchen die Spieler auch. 

Was ist an Sportlernahrung besonders?

Es ist optimal, wenn die Nahrung viele Kohlenhydrate und viele Eiweiße enthält. Bei den Kohlenhydraten ist es unterschiedlich, worauf man wert legt. Da zählt immer die Frage: Was brauche ich im Moment. Es gibt kurz- und langkettige Kohlenhydrate. Nudeln sind zum Beispiel kurzkettig. Hafer ist hingegen langkettig. Wenn du morgens also einen Haferschleim oder ein Birchermüsli mit Früchten isst, dann hält dich das länger satt und du hast länger Energie. Nudel hingegen liefern nur einen kurzen Energieschub. Bei uns gibt es zweimal täglich warmes Essen. Das liegt aber auch daran, dass es in der Regel zwei unterschiedliche Gruppen sind. 

Ich versuche immer so gesund wie möglich zu kochen, aber natürlich auch Up-to-date. Aktuell sind zum Beispiel Amaranth und Quinoa in. Da muss ich aber natürlich auch die Jungs ranführen. Viele fahren da die Bremsklappen raus, wenn sie etwas nicht kennen.

Würdest du sagen, dass du den Jungs die gesunde Ernährung beibringst?

Das würde ich schon sagen. Vor allem auch eine ausgewogene Ernährung. Wir hatten beispielsweise schon mal den Fall, dass ein Nachwuchs-Spieler ein bisschen Übergewicht hat. Da habe ich mich mit ihm zusammengesetzt und analysiert, woran es liegen kann und dann haben wir beschlossen, dass wir auf Gluten verzichten. 

Außerdem haben wir einen Riegel vor das „Langeweileessen“ geschoben. Er nimmt sich jetzt nach dem Abendessen immer einen Obst- und Gemüseteller mit aufs Zimmer, damit er davon etwas essen kann, wenn der Hunger kommt. 

Spaghetti

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