Aufschreiben! Malik Fathis Zielplan mit Stift und Papier

Ob auf dem Sportplatz, im Büro oder in der Schule – unser U15-Coach verrät, wie Mentaltraining uns überall voranbringen kann.

Fußball ist auch Kopfsache. Dass mit dieser Weisheit nicht nur das Üben am berühmten Pendel gemeint ist, wissen von den Profis bis zur Kreisliga wohl alle Spielerinnen und Spieler. In unserer Fußball-Akademie ist deshalb neben der sportlichen auch die mentale Fitness ein wichtiger Teil der Ausbildung. Malik Fathi setzt in diesem Zusammenhang auf Stift und Papier – wobei auch wir Fans noch viel lernen können.

„Mentaltraining ist ein wichtiges Thema im Leistungssport – und hilft unseren Jungs auch neben dem Platz”, ist der 38-Jährige überzeugt. Der frühere Linksverteidiger, der zwischen 2003 und 2008 für unseren Hauptstadtclub in 148 Pflichtspielen auf dem Platz stand und zwei Spiele für die deutsche A-Nationalmannschaft bestritt, ist seit vergangenen Sommer Cheftrainer unserer U15. Zuvor hatte er zwei Spielzeiten lang als Co-Trainer bei der U23 fungiert. Das Thema der mentalen Stärke begleitet Fathi bereits seit dem Beginn seiner fußballerischen Laufbahn. „Je bewusster man sich mit sich selbst auseinandersetzt, desto effektiver arbeitet man an seinen Schwächen und Stärken”, sagt er und fügt hinzu: „Das habe ich als Profi gelernt und gebe es nun an meine Jungs weiter.”

Aufschreiben, um sich bewusster zu werden

Dafür nutzte der gebürtige Berliner vor der laufenden Saison eine simple, aber effektive Methode: Er verteilte Stift und Papier an seine Schützlinge. „Jeder von ihnen sollte einen Zielplan erstellen”, erzählt er. Die Jugendlichen notierten daraufhin zunächst ein mittelfristiges Vorhaben bis zum Winter. „Das waren dann Ziele wie: Ich will torgefährlicher, zweikampfstärker oder besser mit meinem linken Fuß werden”, verrät Fathi und fügt hinzu: „Sie sollten beobachten, was die eigenen Schwächen sind, und ein Motiv finden, warum und wofür sie jeden Tag trainieren.”

Malik Fathi stand zwischen 2003 und 2008 für Hertha BSC in 148 Pflichtspielen auf dem Platz

Im nächsten Schritt hielten unsere Talente fest, wie sie diese Absichten am besten erreichen können: Zum Beispiel mit zwei Extraschichten die Woche, um das Verhalten in Eins-gegen-Eins-Duellen zu verbessern. „Dadurch nimmt man sich selbst in die Verantwortung und setzt sich mit sich selbst und seinen Zielen auseinander”, ist der Fußballlehrer überzeugt.

Zu guter Letzt schrieben alle Akteure ihren Mitspielern auf das Blatt, was sie an ihnen besonders schätzen – fußballerisch und charakterlich. „Da geht es darum, dass jeder seinen Wert in der Mannschaft erkennt und sich selbst auch mal von außen wahrnimmt”, erklärt der Ex-Profi und fasst zusammen: „Das Aufschreiben kann sehr wichtig sein, weil es uns fokussiert und damit stärkt.”

Journaling hilft bei Selbstreflexion und bringt mehr Klarheit

Das gute alte Tagebuch sowie das Festhalten von Gedanken sind also keine Relikte aus vergangenen Zeiten. Genauso wenig ist dies Teenagern vorbehalten, sondern vielmehr ein Trend, der die Nachwuchskicker in unserer Fußball-Akademie mental und fußballerisch noch besser macht – und von dem wir alle lernen können. Tagebuchschreiben ist mittlerweile unter der Bezeichnung „Journaling“ bekannt. Ziel ist eine Selbstreflexion, die zu mehr Klarheit über das eigene Denken und Handeln führt. Die Notizen helfen, achtsamer und fokussierter zu werden sowie eine innere Klarheit zu finden.

Es gibt mittlerweile mehrere wissenschaftliche Studien, die untersucht haben, wie sich Schreiben auf die psychische Gesundheit auswirkt. In der Summe kommen alle zu dem Ergebnis, dass das Auseinandersetzen mit Gefühlen, Wahrnehmungen, Erlebnissen und Gedanken einen positiven Einfluss auf die Psyche hat und sogar kranken Menschen helfen kann.

So geht’s: Einfach und schnell selbst Notizen machen

Die Methode, die Fathi und sein Team nutzen, können wir zu Hause natürlich auch ganz einfach selbst anwenden. Allerdings ist der Fokus auf kurzfristige Ziele ratsam.

Das macht ihr im Vorfeld:

Schreibt im ersten Schritt auf, wo eure Stärken liegen, sowie Dinge, in denen ihr euch verbessern möchtet. Zum Beispiel: „Ich möchte mich gesünder ernähren” oder „Ich möchte mein Englisch verbessern”.

Nehmt euch anschließend jeden Abend nur ein paar Minuten Zeit:

  1. Tragt euren Erfolg des Tages in ein persönliches Protokoll ein.
  2. Was war euer Ziel, was habt ihr erreicht? Was habt ihr gelernt? Was ist euch bewusst geworden? Wo konntet ihr eure Stärken einbringen? Zum Beispiel: „Ich habe heute keine Süßigkeiten gegessen“ oder „Ich habe heute zehn Minuten Übungen in meiner Sprach-Lern-App gemacht”.

 

AOK Nordost: Gesundheitspartner von Hertha BSC

Mit der AOK Nordost hat Hertha BSC seit vielen Jahren einen starken und kompetenten Gesundheitspartner an seiner Seite. Unter dem Motto „Mach‘ Dich Hertha“ geben euch unsere Trainer und Spieler Tipps für ein gesünderes Leben. Die blau-weißen Experten informieren euch über wichtige Bereiche der Gesundheit wie seelisches Wohlbefinden.

 

Online-Coaching: Bin ich gut genug?

Online-Coaching: Bin ich gut genug? Innere Stärke statt Überforderung

Ein Angebot unseres Gesundheitspartners AOK Nordost.