Berliner Verstärkungen für den eSport

Nicht nur auf dem Schenckendorffplatz im Olympiapark wirft die Vorbereitung auf die kommende Saison ihren Schatten voraus, auch an den Konsolen laufen die Planungen für die Spielzeit 2020/21. So begrüßt die Hertha BSC eSport-Akademie mit Leroy Richter und Christoph Strietzel zwei neue hoffnungsvolle Talente, die nicht nur spielerisch einiges mitbringen, sondern auch von Geburt an blau-weißes Blut besitzen. Damit gehen die Verantwortlichen den eingeschlagenen Weg weiter, talentierte Gamer aus der Hauptstadt auf die Herausforderungen der Virtuellen Bundesliga vorzubereiten. Wir haben mit den beiden frischgebackenen eHerthanern gesprochen.

Leroy und Christoph, es heißt, ihr seid von Geburt an Herthaner...
Leroy Richter: Ja, das könnte man sagen. Ich bin bereits mein Leben lang Herthaner, mein Vater hat mich im Alter von drei oder vier Jahren das erste Mal mit ins Olympiastadion genommen. Ich bin eigentlich bei fast jedem Heimspiel dabei. Es muss schon etwas Großes dazwischenkommen, damit ich nicht dabei bin.
Christoph Strietzel: So sieht es aus. Ich komme aus Berlin-Spandau und bin auch schon immer Herthaner. Es ist etwas Besonderes, ein Teil des Vereins zu sein. Früher war man nur Zuschauer, nun ist es ein anderes Gefühl, wenn man selbst ein Teil ist. Meine ganze Familie ist verrückt nach Hertha BSC, deshalb ist es für mich etwas Besonderes, hier unter Vertrag zu stehen.

Welche Spieler haben euch geprägt?
Richter: Aktuell ist Matheus Cunha mein Lieblingsspieler, weil er neue Akzente im Spiel setzt. Früher war es Marcelinho, aber auch Ronny habe ich geliebt. Mit etwa zwölf Jahren habe ich Ronny und Adrian Ramos mal in einem Kinderparadies getroffen. (lacht)
Strietzel: Mein Lieblingsspieler war früher Ronny. Er hatte einfach einen herausragenden linken Fuß.

Ihr startet jetzt an der Konsole für Hertha BSC. Was habt ihr bisher gemacht?
Strietzel: Ich habe bisher schon bei Hannover 96 und danach beim Hamburger SV gespielt. Dass ich jetzt bei Hertha BSC bin, lässt meinen Traum wahr werden. Das Projekt, mit jungen Spielern zu arbeiten, hat mich überzeugt.
Richter: Vor drei Jahren bin ich bei einem Scouting-Event von Hertha BSC Zweiter geworden und beim Grand Final der Virtuellen Bundesliga auf der Playstation unter die Top 8 gekommen. Ich freue mich sehr, dass sich unsere Wege nochmal gekreuzt haben und ich jetzt für meinen Lieblingsverein spielen kann. 

Wie lange zockt ihr schon? Und wie würdet ihr euch als Spieler beschreiben?
Strietzel: FIFA habe ich zuerst auf dem Nintendo gespielt, ab FIFA 2008 dann auf der Konsole. Ich lege Wert auf die Offensive und versuche mit wenigen Pässen zum Abschluss zu kommen – aus wenig viel zu machen, das ist mein Ziel. Ich mag Einzel sowie Doppel, aber im Einzel hat man mehr Kontrolle über das Spiel.
Richter: Ich habe auch mit FIFA 2008 angefangen. Ich bin für mein Pressing bekannt und mache viel Druck, um Fehler zu provozieren – das machen so nur wenige.

Mit welchen Zielen geht ihr in die anstehende Spielzeit?
Richter: So weit wie möglich oben mitzuspielen, macht am meisten Spaß. Das Ziel sollte es sein, sich im Vergleich zur Vorsaison zu verbessern.
Strietzel: Das stimmt. Ich möchte auch wieder am VBL Grand Final teilnehmen und mich für mindestens ein internationales Turnier qualifizieren.