Die Zukunft gehört Berlin!

Berlin – Da standen sie plötzlich auf dem Schenckendorffplatz und waren mittendrin statt nur dabei. Als Bruno Labbadia Ostern 2020 – in der corona-bedingten Bundesliga-Unterbrechung – das Traineramt beim Hauptstadtclub übernahm, beorderte unser ehemaliger Cheftrainer Márton Dárdai, Luca Netz, Jessic Ngankam und Ex-Herthaner Lazar Samardzić in den Profi-Kader. Dass die vier Youngster knapp 14 Monate später zusammen über 50 Bundesliga-Spiele absolviert haben, ließ sich an diesem Apriltag nicht unbedingt prophezeien. Doch es blieb nicht 'nur' bei diesem Quartett.

Pál Dárdai, Labbadias Nachfolger auf der Trainerposition, setzte den Weg, auf den blau-weißen Nachwuchs zu bauen, konsequent fort und verhalf in Jonas Michelbrink, Marten Winkler und Jonas Dirkner einem weiteren Trio zum Ende der abgelaufenen Saison zum Debüt in der höchsten deutschen Spielklasse. Addiert man noch Dennis Smarsch aus 2019/20 dazu, feierten in den vergangenen beiden Spielzeiten acht (!) Akteure aus unserer Hertha BSC Fußball-Akademie ihre Premiere in der Beletage, fünf davon in der abgelaufenen Runde – nur der FC Schalke 04 (zehn) hatte in 2020/21 von allen 18 Clubs mehr Profi-Debütanten zu verzeichnen als unsere 'Alte Dame'. „Diese Zahlen sind schon beeidruckend und sprechen eine eindeutige Sprache. Unser Dank gilt den Cheftrainern der Profis, die ihr Vertrauen unseren Bubis schenken, und vor allem unseren Akademie-Trainern, die die Jungs jahrelang auf ihrem Weg begleitet haben“, kommentiert Akademie-Leiter Benjamin Weber die überaus positive Bilanz.

Dirkner ist der 80. Debütant

Vor allem der neueste Debütant erlebte einen ganz besonderen – und wohl unvergesslichen – Moment: Beim Saisonfinale bei der TSG Hoffenheim ersetzte Jonas Dirkner nicht nur den scheidenden Sami Khedira in seiner letzten Partie vor seinem Karriereende, sondern war auch zeitgleich der 80. Nachwuchsspieler, der seit Akademie-Gründung 2001 in der Bundesliga debütierte. „Das war natürlich ein absolut emotionaler und außergewöhnlicher Augenblick, den ich so schnell nicht vergessen werde. Nun gilt es für mich, sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen, sondern weiter hart an mir zu arbeiten“, erklärt Dirkner. Dass sich Akribie, Leidenschaft und Fleiß auszahlen können, wissen zwei Spreeathener nur zu gut. Seit seiner Premiere im Mai 2020 kamen für Jessic Ngankam insgesamt 19 Begegnungen in der Beletage zusammen, damit führt der Angreifer das 'Bubi-interne' Ranking an. Mit einem Tor beim FC Bayern München und dem entscheidenden Siegtreffer im wichtigen Spiel in Gelsenkirchen stechen zwei Momente speziell hervor.

Eine Torbeteiligung in der Bundesliga kann auch Márton Dárdai aufweisen. Der mittlere Sohn unseres Coaches feierte im vergangenen November seine Premiere in Augsburg, es folgte ein Kurzeinsatz in Leverkusen. In der wichtigsten Phase der zurückliegenden Runde übernahm der 19-Jährige in unserer Defensive eine wichtige Rolle und stand bei zehn von 13 möglichen Einsätzen auf dem Rasen. Mit einer Torvorlage in Mainz krönte der Linksfuß seinen rasanten Aufschwung. Übrigens: Beide Debütanten unterschrieben in der Vergangenheit langfristige Arbeitspapiere bei unserem Hauptstadtclub. „Die Durchlässigkeit aus unserem Junioren- in den Männerbereich war schon immer ein bedeutender Faktor in unserer Philosophie. Dass so viele Spieler aktuell den Sprung schaffen und sich dann auch bei unseren Profis etablieren, macht uns stolz und große Lust auf mehr“, erklärt Weber. Diese Lust wird der 41-Jährige ab dem 1. Juli gemeinsam mit dem neuen sportlichen Leiter Pablo Thiam mit Inhalt füllen. Zusammen wird das Duo daran arbeiten, dass in Zukunft noch zahlreiche Talente aus den eigenen Reihen ihr Bundesliga-Debüt für Hertha BSC feiern werden. Denn: Die Zukunft gehört Berlin!

HerthaTV hat einige Momente unserer fünf Bundesliga-Debütanten in 2020/21 im Video festgehalten.