Fünf Übungen für das Glücksgefühl

Achtsamkeit soll uns glücklicher und leistungsfähiger machen. Kein Wunder, dass die Methode auch in der blau-weißen Fußball-Akademie zum Einsatz kommt. Wir erklären euch, welches Geheimnis dahintersteckt und zeigen euch alltagsnahe Übungen für den einfachen Einstieg.

Hektischer Arbeitsalltag, schnell Mails und Social Media checken, nebenbei ploppen die neuesten Hertha-News per Push-Nachricht auf – und dass wir währenddessen Mittag gegessen haben, haben wir gar nicht bemerkt. Der moderne Alltag ist oft überfordernd. Ständig müssen wir neue Reize verarbeiten, Situationen analysieren, bewerten und Entscheidungen treffen. Aber fällen wir diese Entscheidungen eigentlich für uns? Was wollen wir eigentlich? Was macht uns neben Siegen unserer Blau-Weißen glücklich?

Momente nur für uns gegen die Reizüberflutung im Alltag

Achtsamkeit bedeutet nichts anderes, als bewusst und aufmerksam mit sich selbst, seinen Mitmenschen und seiner Umgebung umzugehen. Durch achtsame oder auch bewusste Momente haben wir die Möglichkeit, unsere eigenen Bedürfnisse und Gefühle wahrzunehmen und diese in Einklang mit den Erwartungen, Werten und Normen unserer Umgebung zu bringen. Zudem kann Achtsamkeit auch eine entspannende Wirkung auf uns haben.

Gerade in der modernen westlichen Kultur mit ihren stetig steigenden Anforderungen und Erwartungen erleben wir solche achtsamen Momente immer seltener. „Wir nehmen uns kaum noch bewusst Zeit für uns – körperlich und emotional – und verlernen, auf unsere Intuition zu hören. In der heutigen Zeit geht das einfach sehr unter, weil wir unter hohem Leistungsdruck stehen und einer ständigen Reizüberflutung ausgesetzt sind“, gibt Selina Koch als Sportpsychologin der Akademie zu bedenken.

Selina Koch ist seit August 2021 für die Abteilung Sportpsychologie zuständig und betreut unsere Nachwuchskicker.

Achtsamkeit kann uns glücklicher und leistungsfähiger machen

Weil diese Eindrücke von außen an niemandem spurlos vorübergehen, soll auch im Nachwuchszentrum unseres Hauptstadtclubs das Thema Achtsamkeit künftig eine größere Rolle einnehmen. Das interdisziplinäre Funktions- und Trainerteam arbeitet aktuell an einer Erweiterung des wöchentlichen Betreuungsplans. „Methoden wie Achtsamkeit können sowohl zum allgemeinen Wohlbefinden als auch zur Leistungsentfaltung beitragen. Sie machen uns also nicht nur glücklicher, sondern auch stärker“, ist Koch überzeugt.

Das Prinzip der Achtsamkeit ist gut erforscht und die positive Wirkung auf Geist und Körper sogar wissenschaftlich belegt – und zwar nicht allein für Leistungssportlerinnen und -sportler, sondern für jeden von uns, der seinen Alltag entschleunigen und wieder mehr bei sich sein möchte. „Für erste Erfahrungen im Bereich Achtsamkeit muss niemand das komplette Leben umkrempeln. Wenn man es schafft, zu Beginn zunächst zweimal die Woche, später dreimal die Woche und irgendwann vielleicht täglich fünf Minuten zu investieren, dann kann dies schon hilfreich sein. Dabei gibt es kein Richtig und kein Falsch. Wichtig ist nur, dass ihr euch wohlfühlt.“ Probiert die einfachen Übungen von Selina Koch aus!

Fünf einfache Übungen für mehr Achtsamkeit im Alltag

  1. Bewusstes Zähneputzen: Könnt ihr euch noch daran erinnern, wie ihr heute Morgen Zähne geputzt habt? Probiert beim nächsten Mal, die Prozedur bewusster zu machen: An welchem Zahn seid ihr gerade? Macht ihr kreisende oder wischende Bewegungen? Wie fühlt sich das am Zahnfleisch an? Habt ihr auch jeden Zahn geputzt? So seid ihr ganz bei der Sache und lasst die Sorgen des Alltags für einen Moment los.
     
  2. Bewusstes Essen: Fernseher aus, Musik aus, Handy weglegen. Vermeidet jede Ablenkung und konzentriert euch ausschließlich auf eure Mahlzeit. Nehmt Gabel für Gabel zu euch und fragt euch: Welche Geschmäcker nehmt ihr wahr? Spürt ihr, dass sich euer Magen füllt? Wann setzt das Sättigungsgefühl ein?
     
  3. Achtsamkeit to-go: Achtet auf Details, wenn ihr unterwegs seid. Zählt im Bus oder in der Bahn die Stationen auf dem Streckenplan. Beobachtet eure Mitfahrenden und zählt, wer kurze oder lange Haare hat. Eurer Kreativität sind hier keine Limits gesetzt.
     
  4. Atemübungen: Nehmt euch nach dem Aufstehen ein paar Minuten Zeit und atmet bewusst ein und aus: Sechs Sekunden einatmen, sechs Sekunden ausatmen. Wiederholt das zehnmal und horcht währenddessen tief in euch hinein. Was fühlt ihr? Was spürt ihr in eurem Körper?
     
  5. Geführte Meditationen: Wem die ersten vier Übungen zusagen, kann einen Schritt weitergehen und eine geführte Meditation ausprobieren. Hierfür braucht ihr allerdings eine Anleitung. Empfehlenswert hierfür sind entsprechende Apps, Podcasts oder YouTube-Videos. Beginnt am besten mit Übungen, die nur wenige Minuten dauern und steigert euch, wenn es euch guttut.

Achtsamkeitskurse bei der AOK

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