Lauf' dich Hertha!

Jan Fitschen wurde 2006 Europameister über die Langstrecke, das heißt 10 Kilometer. Das ist in etwa die Strecke, die auch unsere Profis bei einem Spiel zurücklegen. Im Interview mit Mach' dich Hertha verrät Jan Fitschen seine Lauftipps und wie jeder zum Läufer werden kann. 

Jan Fitschen trainiert mit einem Lauftreff.

Wie bist du zum Laufsport gekommen?

Ich habe als Kind alles Mögliche ausprobiert unter anderem auch Fußball und irgendwann habe ich gemerkt, dass ich ohne Ball besser laufen kann als mit. Mit 12, 13 Jahren habe ich dann an einem AOK-Lauftreff teilgenommen, der hieß damals Trip, trab ins Grüne. Damit hat das angefangen. Dann habe ich erstmal so einmal die Woche trainiert. Bei den Bundesjugendspielen in der Schule war dann schnell klar, dass ich über 1000 Meter besser bin als über 100. Und plötzlich ist mir aufgefallen: Huch, du trainierst ja mittlerweile zweimal am Tag. Dann bin ich immer weiter gelaufen, bin mehrfach Deutscher Meister geworden und zum Schluss das Highlight Europameister.

Ist Fußball für dich ein Laufsport?

Auf jeden Fall. Ich habe früher ja selbst Fußball gespielt und immer davon profitiert. Ich habe nämlich oft gewonnen, weil ich einen guten Schlussspurt hatte. Da haben mir sicherlich die schnellen Antritte, die man beim Fußball trainiert, das Vollgasgeben und das plötzliche Reagieren geholfen. Wenn ein Spieler während eines Spiels ca. 10 Kilometer läuft in 90 Minuten, dann läuft er nicht besonders schnell, aber er braucht eine Grundausdauer. Da muss man Power haben.

Sollten die Profis auch ab und an 10 Kilometer laufen?

Absolut. Wenn man im Dauerlauf fit ist, dann geht man mit einer anderen Grundlage in so ein Spiel. Außerdem ist Laufen das beste Mittel, um den Kopf frei zu bekommen und den Alltagsstress hinter sich zu lassen. Das ist einer der wenigen Momente, wo wir mal kein Handy in der Hand haben. 

Das bedeutet also: Laufen ist für jeden gut?

Ja. Klar, es gibt ein paar medizinische Einschränkungen, aber 99 Prozent der Menschen können und sollten laufen. 

Ein Lauftreff kann auch in der Stadt stattfinden. Hier läuft Jan Fitschen mit seinem Lauftreff.

 

Geht das auch in einer Großstadt wie Berlin?

Klar, auch in Berlin geht das. Besser sogar als in vielen anderen Großstädten, denn es gibt überall Parks. 

Natürlich hat man mal eine Ampel, aber es gibt in jeder Ecke von Berlin Möglichkeiten. Das ist großartig. Außerdem gibt es jeden Menge Lauftreffs und Runningcrews, teilweise sind das sehr junge, engagierte Teams. 

 

Es gibt ja Leute, die sagen: Laufen ist nichts für mich. Wie siehst du das?

Laufen ist etwas für jeden, wenn man den Start vernünftig macht. Dafür muss man ein Ziel fixieren, welches man in acht Wochen erreicht haben will und daran mit vernünftigen Trainingsplänen arbeiten. Ich bin überzeugt, dass es jeder schaffen kann, wenn man sich an einfache Regeln hält und ein paar Tipps bekommt. Am Anfang ist vor allem eins am Wichtigsten: Langsam laufen – sonst ist man nach vier Minuten k. o.. Das ist bei Laufeinsteigern die Essenz. Gerade zu Beginn macht man dann enorme Fortschritte.

Du bietest ein Programm an, das heißt „Laufen ist einfach“. Wie bist du dazu gekommen?

Ich will zeigen, dass Laufen wirklich einfach ist. Du brauchst Laufschuhe und sonst nichts. Du kannst es überall machen. Ich habe bei mir gemerkt, dass mir das wahnsinnig Spaß mach, das anderen zu zeigen. Ich kriege Leute dazu, mit dem Laufen anzufangen und die sind dann so happy, weil Laufen einfach gut tut.  Gerade als Laufeinsteiger ist man begeistert, wie schnell man sich verbessern kann. In die Trainerrolle bin ich automatisch gerutscht, weil ich immer nach Lauftipps gefragt wurde. 

Laufen ist einfach: Man braucht nur ein Paar Laufschuhe.

Gemeinsam mit der AOK Nordost coachst du Läufer im Projekt 10.000 x 10.000 auf 10 Kilometer. Warum genau diese Strecke?

Nun, es kam die Frage: Was wollen wir machen – und ich bin 10 Kilometer Europameister. Bei 5 km kannst du auch stolz auf dich sein, bei 10 Kilometern aber richtig. Ich möchte jetzt, gemeinsam mit der AOK Nordost, 10.000 Läufer dazu bekommen, die 10.000 Meter zu schaffen. 

Wenn man sich mit deinem Programm an die Langstrecke herantastet – wie läuft das ab?

Ganz wichtig zu Beginn ist: Richtig, richtig langsam laufen. Es gibt einen Einstiegscheck. Da soll man einfach versuchen, so lange wie möglich zu laufen. Dann werden die Läufer in zwei Gruppen eingeteilt. Anfänger sind die, die weniger als 20 Minuten schaffen. Fortgeschrittene schaffen mehr als 20 Minuten. Viele Leute sind aber auch überrascht, wie lange sie laufen können. Wer dann Lust aufs Laufen bekommen hat, kann sich kostenlos anmelden und wird mit Trainingsplänen und Videos versorgt und kann sich in Livechats austauschen.

 

Bilder: Citypress/Stefan Brüggemann

Du überlegst mit dem Laufen anzufangen und suchst Lauftreffs oder ein auf dich abgestimmtes Coaching? Mit dem Projekt 10.000 x 10.000 und Jan Fitschens "Laufen ist einfach"-Trainingsplänen, schaffst auch du die 10 Kilometer.