Malik Fathi über Druck: Man wächst mit seinen Aufgaben

Druck herrscht nicht nur in der Bundesliga: Malik Fathi erklärt, wie er unsere U15 auf herausfordernde Situationen vorbereitet.

Allein die Vorstellung sorgt schon für schlotternde Knie: Pfeifende Menschen im Stadion des Gegners und ein spielentscheidender Strafstoß in der Schlussminute. Fußballprofis müssen mit dem immensen Druck in Momenten wie dem geschilderten regelmäßig umgehen. Doch auch im Job, in der Uni oder in der Schule gibt es täglich Situationen, in denen es auf mentale Stärke ankommt. In der Hertha BSC Fußball-Akademie schulen Trainer und Verantwortliche ihre Talente bereits im jungen Alter darin. Malik Fathi trainiert mit der blau-weißen U15 nicht nur die Beine, sondern auch den Kopf – und erklärt seinen Schützlingen, mit welchem Trick er einst selbst den Erwartungen in der Bundesliga standhielt.

„Mentaltraining ist nicht immer ein einstündiges, psychologisches Gespräch – das ist oftmals wesentlich einfacher”, erklärt der Ex-Profi, der entsprechende Übungen direkt auf den Trainingsplatz bringt: „Wir versuchen das Thema zu steuern, indem wir einen Wettkampfreiz setzen.” Beispielsweise mit einem Elfmeterschießen. „Dabei kann die andere Mannschaft auch Buh-Rufe reinwerfen oder das Verliererteam startet im anschließenden Spiel mit einem Rückstand”, so der 38-Jährige. Im Ernstfall kennen die Youngster diese Drucksituationen dann schon und können idealerweise souverän damit umgehen.

Malik Fathi auf dem Trainingsplatz der U15

„Das ist die Basis”, erklärt Fathi, „darüber hinaus kümmert sich dann unsere Sportpsychologin Selina Koch zielgerichtet um mögliche Blockaden oder macht Übungen mit den Spielern.” Im täglichen Umgang, aber auch in Gruppensessions oder Eins-zu-Eins-Gesprächen, geht es dann darum, dass die jungen Akteure persönliche Krisen als Möglichkeit der Weiterentwicklung erkennen und nicht resignieren.

Drucksituationen können wir auch zu Hause trainieren

Das Simulieren des Ernstfalls ist auch zu Hause möglich. Zum Beispiel lassen sich wichtige Präsentationen im Job, in der Schule oder in der Universität zunächst vor der eigenen Familie oder ohne Notizen üben. Für solche Alltagsprobleme hat Fathi mit Blick auf seine Karriere auch noch einen weiteren Tipp: „Man muss sich bewusst machen, was man beeinflussen kann und das tun, was man kann.” Ein simpler Rat, der sehr hilfreich sein kann.

Der ehemalige Linksverteidiger kennt den Druck, der von zehntausenden Fans im Stadion und Millionen vor den TV-Geräten ausgeht. Er absolvierte für unsere Alte Dame zwischen 2003 und 2008 wettbewerbsübergreifend 148 Partien und bestritt zwei Spiele für die deutsche A-Nationalmannschaft. Sein Rezept lautet: „Wenn es bei mir im Spiel nicht lief, habe ich mich nur auf den nächsten Pass konzentriert. Ich habe alle negativen Gedanken weggeschoben und mich einzig darauf konzentriert, den Ball zum Mitspieler zu bringen.”

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Einfache Pässe statt komplizierter Aktionen, um daraus Erfolgserlebnisse zu schaffen. „Wenn das dann einige Male funktioniert, dann ist man im Flow, kann sich daran hochziehen und das Komplexe versuchen.” Was heißt das aber für uns auf den Rängen? „Eine Klausur kann man gut meistern oder total verhauen. Das Einzige, was man beeinflussen kann, ist genug zu lernen”, so Fathi. „Wenn man gut gelernt hat, dann kann man sich selbst auch nichts vorwerfen.” Während der Klausur ist es dann sinnvoll, zunächst die vermeintlich leichteren Fragen zu erledigen und anschließend schweren anzugehen. Frei nach dem Motto: Man wächst mit seinen Aufgaben.

 

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