Movember - so kann Sport gegen Krebs helfen!

Tatsächlich haben circa 40 Prozent der männlichen Bevölkerung in den westlichen Industrieländern das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken. 

Im Rahmen des Movembers möchte mach-dich-hertha.de gemeinsam mit der AOK Nordost und der Movember Foundation auf die stetig wachsende Zahl der Neuerkrankungen aufmerksam machen. 

An der Sporthochschule Köln erforscht Dr. Moritz Schumann derzeit, inwiefern Sport sich positiv auf den Krankheitsverlauf von Krebs auswirken kann. Es gibt bereits zahlreiche Untersuchungen an Tiermodellen, die belegen, dass körperliche Aktivität das Tumorwachstum hemmen können. In der Humanmedizin konnte bislang die positive Wirkung vor allem auf die Therapiebedingten Nebenwirkungen wie beispielsweise der Fatigue, auch als Erschöpfungssyndrom bezeichnet, nachgewiesen werden*.

Bei Prostatakrebs gibt es zudem eine spezielle Problematik in der Behandlung: Da die Erkrankung durch einen Überschuss des Hormons Testosteron ausgelöst und vorangetrieben wird, erfolgt im fortgeschrittenen Stadium eine Kastration des Patienten. Diese wird in der Regel nicht durch einen operativen Eingriff, sondern durch eine chemische Hormonbehandlung erzielt. Die Folge: Für den Patienten erfolgt ein enormer Einschnitt in die Lebensqualität. Weniger Muskeln und mehr Fett sowie Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden sind das Resultat der Testosteronreduzierung.

Movember Foundation

Im Projekt GAP4 von Dr. Schumann und seinen Kollegen wird nun erforscht, ob sich systematisches körperliches Training auf das Überleben der Patienten auswirkt, deren Prostatakrebserkrankung als unheilbar gilt. Schumann erklärt: „Nach einer Eingangsdiagnostik, welche die individuelle Leistungsfähigkeit der Patienten evaluiert, absolvieren die Patienten drei Mal wöchentlich jeweils eine Stunde Training.“

Dabei gelte es vor allem den Effekt zu erzielen, den auch gesunde Menschen häufig nach körperlicher Betätigung empfinden: Psychischen Ausgleich und ein angenehmes Gefühl. Hierbei sind Schumann vor allem zwei Aspekte wichtig – 

zum einen sollte sich der Patient autoregulieren, d.h. seine Trainingsleistung an seinen jeweiligen Fitnesszustand anpassen, zum anderen sollen Knochenschmerzen vermieden werden. Ziel ist es dem durch die Krankheit und Testosteronentzug bedingten physischen Verfall entgegen zu wirken und damit möglicherweise die Lebenszeit der Patienten zu verlängern.

Aktuell stehen Schumann und Kollegen mit der weltweiten Studie noch ganz am Anfang. Von geplanten 900 Patienten haben bislang 100 das Programm durchlaufen (sollte eine Teilnahme an der Studie für dich in Frage kommen, melde dich unter: gap4@dshs-koeln.de).

„Das Feedback der Patienten ist sehr positiv“, berichtet der Studienleiter am Standort Köln. „Besonders schätzen sie die individuelle Betreuung und Unterstützung während des Trainings. Oftmals berichten die Patienten, wenn auch nur vorübergehend von einem „freien Kopf nach dem Training“.

Doktor

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