Nahrungsergänzungsmittel für Jugendliche: Mehrwert oder Risiko?

Viele Hersteller preisen ihre Produkte als leistungs- und gesundheitsfördernd an. Unser U23-Athletikcoach Marc Ritter erklärt, worauf es bei der Ernährung von Heranwachsenden aber vor allem ankommt.

Ob in der Drogerie oder im Fitnessstudio: Wer einen Blick auf die Regale wirft, könnte glauben, dass gute sportliche Leistungen ohne Nahrungsergänzungsmittel gar nicht möglich sind. Für junge Talente sind vor allem Eiweißpräparate verlockend. Das Versprechen: viele Muskeln mit wenig Training.

Marc Ritter findet das bedenklich. „Jugendlichen sollte nicht beigebracht werden, dass sie für eine gesunde Ernährung nur eine Kapsel schlucken müssen“, sagt der Athletikcoach unserer U23. „Der Nährstoffbedarf sollte im Allgemeinen vorrangig über eine natürliche und ausgewogene Ernährung abgedeckt werden.“ Und das – da sind sich Expertinnen und Experten einig – gelingt Heranwachsenden in den allermeisten Fällen auch. Kommt es trotzdem zu Mangelerscheinungen, sollte ausschließlich der Hausarzt entscheiden, ob Nahrungsergänzungsmittel der richtige Weg sind. Bei bestimmten Nährstoffen besteht nämlich das Risiko einer Überdosierung oder Wechselwirkungen mit Medikamenten. „Wasserlösliche Vitamine werden vom Körper bei Überschuss wieder ausgeschwemmt, fettlösliche allerdings nicht und können daher überdosiert werden“, warnt der 37-Jährige.

In der Pubertät ist der Nährstoffbedarf hoch und eine ausgewogene Ernährung besonders wichtig.

In der Pubertät ist der Nährstoffbedarf hoch und eine ausgewogene Ernährung besonders wichtig.

Ernährungschallenges statt Ergänzungsmittel

Unser Nachwuchstrainer weiß, dass Teenager insbesondere im Leistungssport einen hohen Bedarf an Nährstoffen haben: „In der Pubertät befindet sich der Körper im Wachstum und neue Strukturen werden aufgebaut.“ Und aus genau diesem Grund setzt Ritter in Zusammenarbeit mit den Fachleuten unserer Fußball-Akademie auf das eigene Bewusstsein unserer Jungs. „Ich arbeite mit sogenannten Ernährungschallenges. Das heißt, die Spieler bekommen jede Woche eine Aufgabe, die sie zu absolvieren haben. Das geht ganz einfach los mit einem großen Glas Wasser direkt nach dem Aufstehen und wird dann von Woche zu Woche komplexer. Hier geht es vor allem um wichtige Basics“, erklärt der ebenfalls für die U16 des DFB tätige Fitnessexperte. Die Nachwuchskicker werden so Stück für Stück an das Thema Ernährung herangeführt und haben so eine bessere Chance, ihr Wissen direkt im Alltag umzusetzen. Deshalb arbeiten unsere Blau-Weißen darüber hinaus eng mit der AOK Nordost und ihren Ernährungscoaches zusammen: In Workshops erhalten die Spieler praktische Tipps und erfahren gleichzeitig, warum eine ausgewogene Ernährung wichtig für sie ist.

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Muskelaufbau auch ohne Eiweißpulver

Viele Hertha-Fans stehen hingegen nicht auf dem Fußballplatz, sondern gehen regelmäßig ins Fitnessstudio. Dort gehören Eiweiß-Shakes und Proteinriegel in allen möglichen Geschmacksrichtungen längst zum guten Ton. Und tatsächlich sind Proteine ein wichtiger Baustein für die Muskeln, die Nerven und das Immunsystem. „Das hat die Lebensmittelindustrie auch erkannt und verdient sich so natürlich eine goldene Nase. Natürlich kann auf solche Produkte, wenn es darum geht, seinen Eiweißbedarf zu decken, auch mal zurückgegriffen werden. Das mache ich persönlich auch“, verrät Marc Ritter. Der bessere Weg sei es allerdings, den Eiweißbedarf des Körpers mit natürlichen Lebensmitteln zu decken. Gute Proteinquellen sind beispielsweise Milchprodukte, Eier, Geflügel oder Fisch – genauso wie Hülsenfrüchte, Nüsse oder Samen, wenn man auf tierische Produkte verzichten möchte.
 

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Mit der AOK Nordost hat Hertha BSC seit vielen Jahren einen starken und kompetenten Gesundheitspartner an seiner Seite. Unter dem Motto „Mach‘ Dich Hertha“ geben euch unsere Trainer und Spieler Tipps für ein gesünderes Leben. Die blau-weißen Experten informieren euch über wichtige Bereiche der Gesundheit wie Ernährung.