O-Beine durch Fußball: Mythos oder Wahrheit?

Es ist wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei: Spielen Menschen mit O-Beinen einfach häufiger Fußball oder begünstigt der Ballsport erst die Entstehung von O-Beinen? Die Sportmedizin hat darauf jetzt eine vermeintliche Antwort gefunden.

Ein Tunnel gilt als die Höchststrafe im Fußball. Je weiter die eigenen Knie auseinanderstehen, desto leichter haben es die gegnerischen Spielerinnen und Spieler beim Dribbeln. Ein naturgegebener Vorteil sind O-Beine beim Kicken also nicht. Doch warum sind sie unter Fußballerinnen und Fußballern so oft zu finden?

O-Beine im Fußball – Zufall?

Dieser Frage ist eine Forschungsgruppe der Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie der LMU München auf den Grund gegangen. Dafür haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diverse Studien mit Daten von über 1.300 jungen Fußballtalenten untersucht und diese mit den Daten von ebenso vielen Nicht-Aktiven verglichen. Das Ergebnis war eindeutig: Die Fehlstellung in Form von O-Beinen tritt vor allem bei Fußballern häufiger auf.

Dabei ist es eigentlich normal, dass sich die Stellung der Beine während der Wachstumsphase verändert und zwischen O- und X-Beinen schwankt. Die genetische Veranlagung bleibt hierbei eine der bestimmenden Faktoren – Jungs entwickeln öfter O-Beine, Mädchen hingegen eher X-Beine. Sogenannte Wachstumsfugen in der Nähe des Kniegelenks sorgen für eine gewisse Flexibilität und am Ende der Pubertät ist das Ergebnis im Idealfall eine möglichst gerade Beinstellung.

So unterstützen wir den Nachwuchs in der Fußball-Akademie

Durch die Fehlstellung und die damit einhergehende einseitige Belastung der Kniegelenke kann im weiteren Verlauf der Karriere das Risiko für Verletzungen steigen. Die Ergebnisse der Studie berücksichtigen jedoch nur einen der vielen Faktoren, die zu O-Beinen führen können.

Dr. Hi-Un Park ist seit der Saison 2012/13 Teamarzt unseres Hauptstadtclubs.

Dr. Hi-Un Park ist seit der Saison 2012/13 Teamarzt unseres Hauptstadtclubs.

„Meist liegt bei den Spielern eine genetische Prädisposition vor, die durch den Fußball begünstigt werden kann, allerdings nicht muss. Wir hatten in der Akademie auch schon Spieler mit X-Beinen, daher lässt sich die Frage nach der Ursache für O-Beine nicht endgültig beantworten“, erläutert Dr. Hi-Un Park. Der Teamarzt unserer Blau-Weißen unterstreicht darüber hinaus die Wichtigkeit von präventivem Muskeltraining: „Mit Stabilitätsübungen, aber auch Einlagen lässt sich eine Verschlechterung der Beinstellung verhindern – und kann sogar verbessert werden. Hierbei spielt insbesondere die Core-Muskulatur eine bedeutende Rolle, denn diese stärkt den gesamten Körper, auch die Knie“, erklärt der 45-Jährige.

Folgerichtig ist dieses Thema auch in unserer Fußball-Akademie präsent. Um frühzeitig Kniebeschwerden vorzubeugen, hat die sportmedizinische Abteilung ein besonders Auge auf unsere Hertha-Bubis. Die Trainerteams achten bei unseren Jungs darauf, durch gezielten Muskelaufbau das Kniegelenk zu stabilisieren und so der Bildung von O-Beinen in gewissem Maße vorzubeugen oder die Fehlstellung zu minimieren. So schießen sich unsere Jungs bezüglich ihrer Gesundheit – auch nach der Karriere – kein Eigentor. Und Tunnel kassieren auch nur die anderen, das versteht sich schließlich von selbst.

Präventives Muskeltraining kann übrigens nicht nur bei O-Beinen helfen: Entdecke hier die Bewegungsangebote unseres Gesundheitspartners AOK Nordost.

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Gemeinsam mehr bewegen mit der AOK Nordost – dem Gesundheitspartner von Hertha BSC

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Mit der AOK Nordost hat Hertha BSC seit vielen Jahren einen starken und kompetenten Gesundheitspartner an seiner Seite. Unter dem Motto „Mach‘ Dich Hertha“ geben euch unsere Trainer und Spieler Tipps für ein gesünderes Leben. Die blau-weißen Experten informieren euch über wichtige Bereiche der Gesundheit wie Bewegung.