Schulstress? Wie Fußball die Lösung sein kann

Geht das Schuljahr in den Endspurt, stehen viele Kinder unter besonderem (Prüfungs-)Druck. Michelle Böhmke, pädagogische Leiterin der Hertha BSC Nachwuchsabteilung, kennt sich mit Leistungsdruck bestens aus.

Was ist fordernder: Ein Elfmeter vor 70.000 Fans im Olympiastadion oder eine Abi-Prüfung in Mathe? Beide Situationen führen zu Stress und Leistungsdruck. Die Talente unserer Fußball-Akademie müssen sowohl für das eine als auch das andere gewappnet sein.

Auf dem Olympiagelände, unweit der Trainingsplätze unserer Alten Dame, befindet sich mit der „Sportschule im Olympiapark“ die Eliteschule des Sports und des Fußballs. Hier besuchen neben blau-weißen Jugendspielern auch Nachwuchstalente aus anderen Sportarten wie Schwimmen oder Leichtathletik den Unterricht. Für die Jungs unseres Hauptstadtclubs steht dreimal die Woche eine Doppelstunde Fußball auf dem Stundenplan, hinzu kommen der reguläre Schulsport sowie die Übungseinheiten mit dem Team am Nachmittag.

Diese Belastung erfordert einiges an Planung und Disziplin, wie Michelle Böhmke weiß. Die 32-Jährige ist seit Februar 2022 pädagogische Leiterin und Internatsleiterin bei Hertha BSC. Gemeinsam mit Julian Rabe, Lehrertrainer und Verantwortlicher für die Fußballer an der Sportschule im Olympiapark, kümmert sich Böhmke auch um die Koordination: „Wie können Training und Schule aufeinander abgestimmt werden, wer muss wann freigestellt werden? Und gibt es vielleicht sogar Nationalmannschaftsreisen?”, beschreibt sie die Herausforderungen. Als aktuelles Beispiel führt Böhmke Herthas Nachwuchsstürmer Luca Wollschläger an. Der 19-Jährige trainierte im Saisonendspurt mit den Profis – und schrieb parallel sein Abitur. Böhmke: „Ein normaler Schüler kann sich darauf wochenlang akribisch vorbereiten, es ist das Highlight der Schullaufbahn.“

Wie schaffen es die Jungs mit dem Druck umzugehen?

Die Tage der jungen Kicker sind ziemlich durchgetaktet, Spielraum für faule Momente oder Ausreden gibt es nicht. „Wer in der Schule hinterherhinkt, wird erst einmal gezielt aus dem Training genommen, um unter anderem mit Nachhilfe aufzuholen“, erklärt die Pädagogin und ergänzt: „Am allerwenigsten wollen das natürlich die Jungs selbst”. Doch der Verein sowie die Lehranstalt legen großen Wert auf eine gute Ausbildung – nicht nur fußballerisch, sondern ganz besonders auch schulisch. „Schließlich können nicht alle auch Profi werden“, weiß Böhmke genau. „Wenn man so nah dran ist, Profi zu werden, dann sind die Gedanken der Kids total verständlich, die Schule nicht als höchste Priorität zu betrachten.“, erzählt sie. Ein Vorteil sei es, dass die Sportschule im Olympiapark ein „gestrecktes Abitur“ anböte. Dieses sei „sehr gut kompatibel mit den Belastungen als Nachwuchsprofi“, so die Pädagogin.
 

So sieht ein Stundenplan unseres blau-weißen Nachwuchs aus.

Michelle Böhmke glaubt daher nicht, dass die Jung-Herthaner unter besonderem Druck stünden. „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Leistungssport die Heranwachsenden zielstrebiger und fokussierter arbeiten lässt.“ Dazu trage vor allem auch der Faktor bei, dass die Nachwuchskicker genau wissen, dass sie „zwei Jobs“ haben. Und wenn sie sowieso verpflichtet sind, im Unterricht sitzen zu müssen, „dann doch wenigstens produktiv und aufmerksam“, so Böhmke und ergänzt: „Sie wissen, was ihre Pflicht ist – und dass es sonst auf ihre Privatzeit oder das Training zurückfällt.“ Auch Prüfungsdruck sei häufig kein Problem. Den Druck richtig zu katalysieren, lernen die Talente auf einer Sportschule schon früh. Zudem bietet Hertha, in Form von Sportpsychologen oder den pädagogischen Mitarbeitern, Experten an, die in solchen Fällen Hilfe leisten können.

Außerdem ist Böhmke überzeugt, dass die Kinder vom Wechsel aus körperlicher Betätigung und geistiger Arbeit profitieren. Das sei etwas, dass es an „normalen” Schulen nicht gebe. Böhmke erklärt: „Zwischen geistige Arbeit auch körperliche Aktivitäten einzubauen, ist extrem sinnvoll. Das gilt nicht nur für unsere Nachwuchskicker.“
 

Gemeinsam mehr bewegen mit der AOK Nordost – Gesundheitspartner von Hertha BSC.

Jetzt AOK-Mitglied werden

Gemeinsam mehr bewegen mit der AOK Nordost – Gesundheitspartner von Hertha BSC.

Was können junge Hertha-Fans davon lernen?

Die pädagogische Leiterin der Nachwuchsabteilung nennt als Zauberwort „Struktur“. Zu einem strukturierten Tagesablauf gehöre im speziellen auch ein gut getakteter Zeitplan: „Lieber eine geringere Zeitspanne für eine Aufgabe einplanen und diese dann effektiv nutzen”, lautet Böhmkes Tipp. Gut, dass unser Nachwuchs das mit der klaren Zeitstruktur so genau lernt. Wie wäre es da abschließend beispielsweise mit folgender Aufgabe: Ihr habt 90 Minuten und in diesem Zeitfenster erzielt ihr bitte drei Tore!

AOK Nordost: Gesundheitspartner von Hertha BSC

Mit der AOK Nordost hat Hertha BSC seit vielen Jahren einen starken und kompetenten Gesundheitspartner an seiner Seite. Unter dem Motto „Mach‘ Dich Hertha“ geben euch unsere Trainer und Spieler Tipps für ein gesünderes Leben. Die blau-weißen Experten informieren euch über wichtige Bereiche der Gesundheit wie seelisches Wohlbefinden.