Was passiert beim Medizincheck?

Im Sommer wie im Winter: Vor jeder Vertragsunterschrift durchlaufen potenzielle Neuzugänge den obligatorischen Medizincheck. Doch was passiert da überhaupt?

 

Jeder Fußballfan kennt die klassische Transfer-News aus den Medien: "Hertha BSC ist sich mit Verein und Spieler - vorbehaltlich des Medizinchecks - über einen Wechsel einig." Oder etwas überraschender: "Angeblich befindet sich der Spieler bereits zum Medizincheck in Berlin. Die Bekanntgabe des Transfers dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein."

Klingt so, als wäre der Medizincheck eigentlich bloß Formsache. Doch das stimmt nicht: Bevor ein Spieler das blau-weiße Trikot überstreifen kann, wird sein Gesundheitszustand im wahrsten Sinne des Wortes auf Herz und Nieren geprüft. Damit sichern sich auch die Vereine ab. Die jeweiligen medizinischen Abteilungen schauen also ganz genau hin, um auszuschließen, dass Verletzungen oder Erkrankungen bei potenziellen Neuzugängen unentdeckt bleiben. "Die sportärztliche Tauglichkeitsuntersuchung ist nicht nur statutarisch und somit verpflichtend, sondern ist zudem präventiv von Bedeutung“, sagt Fredi Bobic als Geschäftsführer Sport.

DFL schreibt Medizin-Check vor – für jeden Spieler

Der Medizincheck dient aber auch dem Schutz der Spieler. Denn die Deutsche Fußball Liga (DFL) schreibt in ihrer Lizenzordnung nicht nur obligatorische Untersuchungen bei Transfers vor: Jeder Spieler muss vor Beginn der Saison seine Sporttauglichkeit unter Beweis stellen, damit tragische Fälle wie der Herzstillstand des dänischen Nationalspielers Christian Eriksen bei der vergangenen Europameisterschaft die Ausnahme bleiben.

Unter Paragraph 2.4 heißt es dort: "Nachweis der Sporttauglichkeit nach einer vorgeschriebenen ärztlichen Untersuchung auf orthopädischem und kardiologisch-internistischem Gebiet und die Verpflichtung, jährlich zu Beginn eines jeden neuen Spieljahres und bei Transfers während eines Spieljahres für die Restlaufzeit der Saison die Sporttauglichkeit nachzuweisen, wobei der Nachweis der Sporttauglichkeit vom Verein oder der Kapitalgesellschaft, vom beauftragten Arzt und vom Spieler gemeinsam zu unterzeichnen ist."

Hertha-Neuzugang Ivan Šunjić beim Medizincheck im Sommer 2022.

Hertha-Neuzugang Ivan Šunjić beim Medizincheck im Sommer 2022.
 

Teil 1: Internistische Untersuchung

In der Regel startet der Medizincheck mit einer internistischen Untersuchung. Diese läuft bei jedem Verein nach gleich strengen DFL-Standards ab. Die Mediziner nehmen Blut- und Urinproben unter die Lupe und checken, ob die Organe so funktionieren, wie sie sollen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Herz, Lunge und Nieren. Bei diesem Teil des Medizinchecks ergeben sich auch die klassischen Bilder auf dem Ergometer, bei dem die körperliche Belastbarkeit auf der Probe steht. Übrigens gilt es hier auch, einen Blick in den Impfpass zu werfen – der sollte sauber geführt sein.

Teil 2: Orthopädische Untersuchung

Anschließend steht der Bewegungsapparat des Spielers im Fokus: Gelenke, Knochen, Muskeln und Bänder müssen sich Belastungstests unterziehen. Insbesondere dann, wenn diese durch Verletzungen in der Vergangenheit in Mitleidenschaft gezogen wurden. Im Gegensatz zum ersten Teil des Medizinchecks gibt es für die orthopädische Untersuchung keine Vorgaben durch die DFL. Hier liegt die Verantwortung allein bei den Vereinsärzten.

Können Spieler beim Medizincheck überhaupt durchfallen?

Tatsächlich ist die Quote bestandener Tests sehr hoch. Es gab im deutschen und internationalen Transfergeschäft aber bereits andere Beispiele – und die konnten sogar Leben retten. Da wäre zum Beispiel der Fall Philipp Hosiner, der 2015 aus Frankreich zum 1. FC Köln wechseln sollte. Beim Medizincheck stellten die Ärzte einen Tumor an der Niere fest. Der Wechsel wurde auf Eis gelegt – vorerst. Die anschließende Therapie rettete dem Österreicher aber wahrscheinlich das Leben. Er konnte seine Karriere anschließend fortsetzen.

Wichtig zu wissen: Beim Medizincheck liegt der Fokus stets auf der Sporttauglichkeit eines Spielers. Es lassen sich daher nicht sämtliche Erkrankungen bei der Untersuchung diagnostizieren.

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